Die am 20. März 2015 von der Haaner FDP angebotene Informationsfahrt zur Erläuterung einiger Aspekte des von der Haaner Kämmerin eingebrachten Haushalts wurde von etwa dreißig Bürgerinnen und Bürgern wahrgenommen. Es ging darum, einen Eindruck zu vermitteln, wo denn das ganze Geld hingeht, das die Kommune einnimmt. Über die Besichtigung einzelner Objekte wurde ein Eindruck über die komplexen Aufgaben der Stadt und deren Kosten vermittelt.

Anhand einer Begehung der neuen Feuerwache und des neu errichteten Traktes zur Betreuung von unter dreijährigen Kindern des Kindergartens an der Bismarckstraße wurde den Besuchern ein Eindruck vermittelt, welche hohen Standards heute bei der Errichtung städtischer Gebäude oder mit städtischer Finanzierung realisierter Einrichtungen zwingend zu erfüllen sind. Dies führt zu hohen Investitionskosten, die den städtischen Haushalt stark belasten.

Eine besonders hohe Belastung stellt der Neubau des Gymnasiums dar. Durch die hohe PCB-Belastung ist eine Sanierung des maroden Gebäudes nicht wirtschaftlich. Die Teilnehmer der Tour erhielten einen Eindruck von der nicht mehr hinnehmbar schlechten Verfassung des Gebäudes. Undichte, einfachverglaste Fenster und fehlende Deckenverkleidungen waren offensichtlich. Der Technische Beigeordnete, Herr Engin Alparslan, führte dazu aus, dass auch die in der Vergangenheit vernachlässigte Bauunterhaltung dafür verantwortlich ist, dass nach nunmehr 40 Jahren das Gymnasium abbruchreif ist. Der Gebäudeunterhaltung muss daher zukünftig ein höherer Stellenwert beigemessen werden, was jedoch den jährlichen Haushalt der Stadt beträchtlich belasten wird.

Die Gewerbesteuern tragen in Haan erheblich zur Deckung der Haushalte bei. Um hier zukünftig noch besser aufgestellt zu sein, errichtet die Stadt Haan südlich der Ellscheider Straße im Ortsteil Gruiten einen Technologiepark, in dem wirtschaftlich potente Wirtschaftsunternehmen angesiedelt werden sollen. Die erste Stufe dieses Projekts wurde bereits erfolgreich abgeschlossen. Die zweite Ausbaustufe wird gerade geplant. Bis jedoch die ersten Gewerbesteuereinnahmen realisiert werden können, müssen mit der Erschließung und Vermarktung des Areals noch die Voraussetzungen durch die Stadt Haan geschaffen werden. Dies führt zunächst zu hohen finanziellen Belastungen, die sich aber mittel- und langfristig auszahlen werden.

Als weitere bauliche und infrastrukturelle Maßnahmen wurden noch die Herrichtung der Landesfinanzschule für die Flüchtlingsunterbringung, die Erweiterung der Grundschule Gruiten und der Ausbau der Kreuzung an der Polnischen Mütze in Augenschein genommen und die wesentlichen Fakten und Hintergrundinformationen durch Michael Ruppert und Engin Alparslan vermittelt. 

Während des abschließenden Gesprächs bei Kaffee und Kuchen im Becherhus erklärte Michael Ruppert noch einige systematische Aspekte, insbesondere des neuen kommunalen Finanzmanagements. Er wies speziell auf die Tatsache hin, dass die realen Schulden der Stadt nicht so schnell wachsen, wie dies die negativen Ergebniszahlen vermuten ließen. Dies liegt insbesondere daran, dass in das Ergebnis auch Wertabschreibungen, zum Beispiel auf Gebäude oder Straßen, einfließen. Diese führen aber nicht unmittelbar zu kassenmäßigen Zahlungen. Sie müssen aber, wie das Beispiel der Gebäudeunterhaltung zeigt, für zukünftige Haushaltsplanungen berücksichtigt werden.

Beim Ausklang der Informationsveranstaltung war von den Teilnehmern viel Lob für diese Aktion der Haaner FDP zu hören und es bestand der Wunsch, weitere Informationen zu den Zusammenhängen des Haaner Haushalts zu erlangen.

Die Haaner FDP bedankt sich herzlich bei der evangelischen Kirchengemeinde, der Schulleiterin des Gymnasiums und dem Baudezernat der Stadt Haan für die freundliche Mitwirkung bei der Vorbereitung und Durchführung der Informationstour.