In der Sitzung am 12. Mai 2015 beschloss der Rat der Stadt Haan gegen die Stimmen von FDP und WLH den Haushalt für das laufende Jahr. Das bedeutet, dass der Weg unsolider Finanzen fortgeführt wird. Die Chance, ein Zeichen für die Rückkehr zu solider Finanzwirtschaft in Haan zu setzen, wurde verspielt.

Als im März der Haushaltsentwurf eingebracht wurde, riefen alle Fraktionen nach Einsparungen, zumal kurz vorher die Gemeindeprüfanstalt NRW der Stadt Haan bescheinigte, dass ein Wille zur Konsolidierung des maroden Haushalts innerhalb der letzten fünf Jahre nicht festzustellen sei. Ungeachtet dessen wurden im Verlauf der Haushaltsberatungen von den Fraktionen der CDU, SPD, GAL und WLH weitere kostenträchtige Maßnahmen eingebracht, die den Fehlbetrag aus der laufenden Verwaltungstätigkeit, ohne Investitionen, auf mehr als sieben Millionen Euro anwachsen ließen. Finanziert werden soll dieser aufgeblähte Haushalt durch eine neuerliche Steuererhöhung - die sechste seit 2000 - sowie einen tiefen Griff in die Rücklagen, wodurch das Vermögen der Stadt weiter verringert und der Schuldenstand erhöht werden. 

Auch in diesem Jahr  ist seitens der Verwaltung nicht einmal der Versuch zu erkennen, durch Prioritätensetzung und Effizienzsteigerungen beim Verwaltungshandeln Einsparungen zu erzielen. Dass da erhebliche Sparpotenziale vorhanden sind zeigt ein Blick auf Städte in NRW ähnlicher Größe und ähnlicher Einnahmesituation. Diese sind durchaus in der Lage, mit den verfügbaren Mitteln einen ausgeglichenen Haushalt darzustellen.

In Haan geht man indessen lieber den vermeindlich bequemeren Weg der Steuererhöhung und Verschuldung. Wobei das Haushaltssicherungskonzept durch Zahlenspielereien und ungedeckte Wechsel auf die Zukunft einen Haushaltsausgleich in 2020 suggerieren. Die Realität wird Haan indes bald einholen. Denn wenn es nicht gelingt den Haushalt zu Zeiten sprudelnder Steuerquellen zu konsolidieren, wird ein Abrutschen in den Nothaushalt schon bei leicht rückläufiger Wirtschaftsentwicklung unausweichlich.