Unter dem Motto „40 Jahre freies Haan, 50 Jahre Friedhelm Kohl im Rat der Stadt Haan, 70 Jahre Freie Demokraten“ hatte die Haaner FDP Vertreter aus Politik und Gesellschaft zu einem Empfang in die Heidberger Mühle eingeladen. Trotz zahlreicher paralleler Veranstaltungen fand die Einladung hohe Akzeptanz und so konnte Michel Ruppert im Namen von Vorstand und Fraktion der Haaner FDP ca. 80 Gäste in dem geschmackvoll dekorierten Veranstaltungssaal der Heidberger Mühle begrüßen.

 

In seiner Eröffnungsrede hob Michael Ruppert die großen Entscheidungen der Vergangenheit hervor, die Haan und Gruiten vor 40 Jahren vor der Eingemeindung nach Solingen, respektive Wuppertal, bewahrten und schließlich auch zum Erhalt der Selbstständigkeit der Stadtsparkasse Haan führten. An all diesen großen und auch weiteren wichtigen Entscheidungen hatte Friedhelm Kohl während seiner insgesamt 50 Jahre währenden Mitgliedschaft im Rat der Stadt Haan hervorragenden Anteil. Dabei hatten die Belange der Stadt Haan für Ihn immer Vorrang vor landes- und auch kreispolitischen Interessen - auch wenn sie aus der eigenen Partei stammten. 

Als Festredner nahm der frühere Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen und heutige Vorsitzende des Rechtsausschusses im NRW-Landtag Dr. Ingo Wolf das Thema der ehrenamtlichen Tätigkeit auf. 

Er wies darauf hin, dass in den britischen und amerikanischen Besatzungszonen schon bald nach dem Kriegsende im Mai 1945 sich in vielen Orten, so auch in Haan, demokratische Parteien wieder oder neu gründeten. Dies geschah ehrenamtlich und unter äußeren Bedingungen, die es schwer machten das tägliche Überleben zu sichern. In heutiger Zeit, und dies gilt nicht nur für die politische Arbeit, nimmt die Bereitschaft sich dauerhaft ehrenamtlich zu betätigen stetig ab. In der Folge sehen sich die verbliebenen Ehrenamtler mit immer größerem Arbeitspensum konfrontiert, so dass sich viele überfordert sehen und sich schließlich zurückziehen. Dr. Wolf appellierte daher an einen neuen Geist des Gemeinsinns, so dass die Lasten der vielfältigen Aufgaben von den Schultern vieler getragen werden können, statt sich nur auf wenige zu stützen.

Zum Höhepunkt der Veranstaltung geriet das Grußwort des amtierenden Bürgermeisters Knut vom Bovert. 

Er richtete nicht nur liebe Wünsche für das Gelingen des Jubiläumsempfangs sowie für die weitere Arbeit Im Dienste der Stadt Haan an die Haaner FDP. Er hatte auch das goldenen Buch der Stadt Haan mitgebracht, in das sich Friedhelm Kohl, in Anerkennung seiner hohen Verdienste in seiner 50 Jahre währenden Ratstätigkeit, eintragen durfte.  

Zum Abschluss führten Dr. Ingo Wolf, die langjährige stellvertretende Bürgermeisterin Ingrid Obermann und Friedhelm Kohl ein Podiumsgespräch, dass von der Journalistin Tanja Albrecht souverän moderiert wurde.

 

Überaus interessant war dabei zu hören, wie unterschiedlich die Sicht auf ganz praktische Fragestellungen aus dem Blickwinkel der Landes- oder der Kommunalpolitik sein kann, dass aber auch unterschiedliche Prioritätensetzung innerhalb einer Fraktion zu recht unterschiedlichen Einschätzungen führen können. Mit Blick auf die jüngsten Diskussionen um den Haaner Haushalt stellte Friedhelm Kohl nochmals seinen Standpunkt dar, dass nachhaltige Politik nur gelingen kann, wenn die Finanzierung solide gesichert ist. Angesichts der hohen sozialen Lasten, die von den Kommunen zu tragen sind, müssen für die übrigen Bereiche klare Prioritäten gesetzt werden. Dadurch müssten dann auch zwangsläufig einige wünschenswerte Maßnahmen unterbleiben, weil sie mit den zur Verfügung stehenden Mitteln eben nicht finanzierbar seien.

Zu der insgesamt sehr guten Atmosphäre des Empfangs trug insbesondere der Haaner Swing Express unter Leitung von Dr. Artur Koch bei. 

Mit einem perfekt auf die Veranstaltung abgestimmten Repertoire hat die Combo den Empfang  einfühlsam musikalisch begleitet.