Der FDP-Ortsverband hatte am 20.05.2016 zum Stammtisch ins Restaurant Chau an der Kaiserstraße geladen. Neben anderen Themen sollte auch der geplante Umbau der Haaner Schulstruktur diskutiert werden. Tatsächlich dominierte die von der Ratsmehrheit favorisierte Einrichtung einer Gesamtschule, bei Einstellung der Realschule und der Grundschule am Standort Walder Straße, den Abend. 

Insbesondere die diesmal zahlreich erschienenen Gäste, darunter auch Verfasserinnen des offenen Briefes an die Stadt, bemängelten das Ausbleiben eines öffentlichen Diskurses dieses für die Stadt als Ganzes wichtigen Themas. Auch Michael Ruppert, FDP-Fraktionsvorsitzender, hat bereits mehrfach im Rat und dem zuständigen Schulausschuss diese öffentliche Diskussion angemahnt. Insbesondere sei in den öffentlichen Sitzungen nicht dargestellt worden:

  • Welche möglichen Alternativen wurden betrachtet?
  • Welche Kriterien wurden für die Beurteilung der betrachteten Schulformen zugrunde gelegt?
  • Welche Bewertungsergebnisse waren ausschlaggebend für die Auswahl der Gesamtschule?

Für Unverständnis sorgt auch die große Eile, mit der die Gesamtschule durchgedrückt werden soll. Dies insbesondere, da die Schulszene durch den Neubau des Gymnasiums bereits stark belastet ist. Darüber hinaus gibt es derzeit noch keine klaren Erkenntnisse über die entstehenden Kosten der Schulentwicklung an der Walder Straße. Die Aussage der Kämmereien und 1. Beigeordneten Formella im Rahmen der Elterninformation, dass die Stadt Haan über genügend große Ressourcen verfüge, um das Projekt zu stemmen, nimmt schon Wunder. Wurde doch im Zusammenhang mit dem Neubau des Gymnasiums stets betont, dass der die städtischen Finanzen bis an die Grenzen der Leistungsfähigkeit belaste.

Ein Gast brachte noch einen weiteren Gesichtspunkt ins Spiel. In den Nachbarstädten bestehen bereits mehrere wohl etablierte Gesamtschulen, gegen die sich die neue Haaner Gesamtschule wird behaupten müssen. Es müsse also auch betrachtet werden was passiert, falls in den Folgejahren keine auskömmlichen Anmeldezahlen mehr für die Haaner Gesamtschule zustande kämen. Auch unter diesem Gesichtspunkt ist die von der FDP-Ratsfraktion geforderte Abstimmung mit den Nachbarstädten hinsichtlich einer fortgeschriebenen Schulentwicklungsplanung längst überfällig.