FDP-Ortsparteitag: „Das Rathaus neu denken“
Kaum ein Thema bewegt die Haaner Stadtgesellschaft nach dem erfolgreichen Bürgerbegehren und der ersten Sitzung der „AG Rathausneubau“ aktuell mehr als der geplante Rathaus-Neubau. Dass dieser zwingend ist, bejahte die FDP Haan anlässlich des Ortsparteitages am Dienstag vergangener Woche in der Heidberger Mühle ohne Wenn und Aber - aber eben nicht so und nicht wie in der ursprünglichen vorgesehenen Planung. Der Kurs der Liberalen ist bei dieser Frage seit über einem Jahr klar und unmissverständlich abgesteckt: „Das Rathaus neu denken“ plädierte die FDP bereits zur Kommunalwahl im Herbst 2025 für eine sinnvolle Neubaulösung an einem Standort, der alle „mitnimmt“. Die Forderung: „Ein Ort. Ein Gebäude. Ein Rathaus für alle.“ Vor allem aber kein abgespecktes Rathaus - was zudem die ursprünglichen Pläne konterkarieren würde - zu ausufernden Kosten, die die Stadt in ihrer augenblicklichen finanziellen Lage schlichtweg überfordert.
Hendrik Sawukaytis analysierte zuvor als Ortsverbandsvorsitzender die Lage der Haaner FDP mit einem Rückblick und einer Analyse der Wählerwanderungen die Bundestags- und Kommunalwahlen 2025. Sein Fazit: „Wir haben uns in Haan sichtbar engagiert – trotz Gegenwind von der Bundes- wie Landesebene.“ Man besetze grundsätzlich die richtigen Themen, müsse diese aber künftig anders transportieren und kommunizieren. Die Top-Themen über die konkreten lokalen Themenschwerpunkte hinaus seien Wirtschaft, Bürgerrechte und Bildung.
In seiner Eigenschaft als Fraktionsvorsitzender erinnerte Michael Ruppert an die mittlerweile 80-jährige Repräsentanz der FDP im Haaner Stadtrat. Ruppert kritisierte das aktuelle „Chaos von Formalien“ im Rat sowie die Schuldenpolitik der Stadtverwaltung, die noch bei Einbringung des Haushaltes im Januar von 13,6 Mio EUR Schulden ausging, binnen zweier Monate diese indes im März (bei der Verabschiedung des Haushaltes) mit 18 Mio. EUR veranschlagte. Ruppert: „Die Bürger zahlen am Ende die Zeche. Eine Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuer kann das Haushaltsloch nicht auffangen, insbesondere, wenn auf der Ausgabenseite nicht gespart wird.“ Rupperts Appell an den Bürgermeister: Entbürokratisierung sowie Optimierung der Prozesse: „Nicht so weitermachen wie bisher.“
Einstimmig wurde Matthias M. Machan auf dem Ortsparteitag von den anwesenden Mitgliedern der Partei als neuer stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes gewählt. Machan, der für die Fraktion im Stadtentwicklungsausschuss sowie im Gestaltungsbeirat sitzt und durch seine Tätigkeit als Journalist und Buchautor als Spezialist für den Einzelhandel gilt, tritt die Nachfolge des im September vergangenen Jahres überraschend Verstorbenen Thomas Kirchhoff an.
